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Auberge de Temple – ankommen und nie wieder weg wollen

14. November 2017 | unterwegs

Seid ihr schon einmal in einem Hotel angekommen und habt zu eurem Liebsten gesagt: „Okay, Planänderung: Wir bleiben einfach drei Tage lang im Hotel, genießen das schöne Zimmer, gehen in die Sauna und abends lassen wir uns in diesem herrlichen Restaurant verwöhnen.“ So ging es uns, als wir über einige Umwege auf unserem Weg zur Frankfurter Buchmesse, auf der ich in der Gourmet Gallery kochen sollte, im Auberge de Temple ankamen. Dieses Hotel ist ein Traum!

Auberge de Temple – ankommen und nie wieder weg wollen Auberge de Temple – ankommen und nie wieder weg wollen

Es gibt ja keine Zufälle im Leben und so sollten der Kapitän und seine Frau wohl in genau diesem Hotel landen… Ursprünglich gebucht hatten wir ein Hotel in Aschaffenburg, das war aber leider aufgrund einer „Doppeltbuchung“ nicht für uns frei. Das erfuhren wir bei Ankunft in Aschaffenburg gegen 17.00 Uhr. Die vom Buchungs-Portal angebotene Alternative fand nicht meine Zustimmung. Aufgrund der Buchmesse war in und um Frankfurt so gut wie kein Hotel frei. Da erinnerte ich mich an einen Eintrag aus dem „Feinschmecker“ Restaurantführer, den ich auf der Anreise intensiv studiert hatte. Es gab dort ein Restaurant, in dem ich unbedingt essen gehen wollte, das ganz in der Nähe von Aschaffenburg lag und als „schmuckes Ensemble aus Hotel, Kunstgalerie und Restaurant“ beschrieben wurde.

Eines der sechs (!) Zimmer war tatsächlich noch frei! Die Junior Suite „Charles de Temple“ – hinter der Tür mit der Nummer 7 erwartet uns ein unglaublich geschmackvoll eingerichtetes, riesiges Zimmer in den schönsten Türkis-Tönen. Ein Stand-Teleskop (das das Kapitänsherz sehr erfreute) eröffnet einen traumhaften Blick in den Spessart. Das Zimmer lässt keine Wünsche offen: ein kleiner Balkon, ein Schreibtisch, ein herrliches Daybed, Wasser, Obst, Kaffee, Tee, Gebäck, ein ebenfalls sehr geschmackvolles Bad und – das absolute Highlight – über eine Wendeltreppe erreicht man eine Sauna, wohl die höchstgelegene Sauna der Region mit einem fantastischen Ausblick über die Landschaft.

Als absolute Buffet-Muffel waren wir natürlich auch sehr glücklich, dass es in der Auberge de Temple am Morgen kein Frühstücksbuffet gibt, sondern ein individuelles, am Tisch serviertes. Herrlich!

Und dann das Essen… Ein weiterer Traum! Die Empfehlung aus dem „Feinschmecker“ Restaurantführer war perfekt. Ludger Helbig versteht es mit seinem Team, seine Gäste glücklich zu machen. Wir haben uns in seinem Casual Fine Dining Restaurant „Helbigs Gasthaus“ so wohl gefühlt, dass wir – ganz entgegen unserer sonstigen Gewohnheit – tatsächlich an allen drei Abenden dort gegessen haben. Das Genussmenü war einfach unschlagbar. Folgende gustatorische Genüsse durften wir erleben:

  • Cannelloni vom Kaninchenrücken auf Artischockencreme mit Feigenconfit und Krustentierfond
  • Zitronengras-Polentaschaumsüppchen mit Anapurna Curry und gebackenem Schweinebauch
  • Brust von der Étouffée Taube mit Burgundertrüffel, Kürbisstampf und Babymangold
  • Langres auf Schalotten-Traubenkompott und gebackenem Sauerteig
  • Variation von Passionsfrucht, Banane und Nougat

Zusammen mit der fantastisch abgestimmten Weinbegleitung war das Menü ein Fest für alle Sinne! Wie das ganze Haus. Selten haben wir ein so stimmig restauriertes Gebäude gesehen. Man merkt, dass alles „aus einem Guss“ ist. Das Raum-, Farb- und Lichtkonzept ist einmalig. Einzig die Beleuchtung im Zimmer hat uns ein wenig gestört. Für Menschen, die nicht nur auf Monitoren lesen, sondern gern ganz altmodisch Bücher oder Zeitschriften lesen, gibt es kein ausreichendes Leselicht. Aber das ist wohl der Tatsache geschuldet, dass die meisten Menschen fernsehen. Den Fernseher wiederum hätte man aus unserer Sicht gern weglassen können. Er wirkte wie ein Fremdkörper in dem schönen Ambiente. Und wir sehen nicht fern.

„Das ist nicht übernachten sondern wohnen, sich wohl fühlen, Urlaub machen. Vielleicht ist das das schönste Hotel, in dem ich je übernachtet habe“, sagte mein Liebster. Unterstrichen wurde dieses Gefühl noch von den herzlichen und freundlichen Gastgebern und dem aufmerksamen Personal. Oder seid ihr schon einmal bei der Abreise gefragt worden, ob ihr noch eine Flasche Wasser für die Reise mitnehmen möchten?

Über das „Sponsoring“ der Differenz zu unserem eigentlich gebuchten Hotel durch das Buchungs-Portal wollen wir uns an dieser Stelle nicht beklagen. Eins steht fest: Wir werden nicht das letzte Mal in diesem Hotel gewesen sein, auch ohne Sponsoring.

Mit diesem Beitrag beteilige ich mich gern an der Blogparade meiner  Namensvetterin Bettina vom Reiseblog „Op jück“. Sie hat zum Thema Welches Hotelzimmer ist Euch im Gedächtnis geblieben? aufgerufen.

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