Captains Dinner Logo
to top
Die rosé-farbige Roscoff Zwiebel, gefüllt, vor dem Backen

Gefüllte Roscoff Zwiebeln

22. März 2019 | Beilagen

Zwiebeln – in der Küche geht nichts ohne sie. Aber wer glaubt, eine schmeckt wie die andere, der hat noch keine Roscoff Zwiebeln gekostet. Die „L‘oignon rosé“ aus der Bretagne, genauer gesagt aus Roscoff im Finistère im Nordwesten der Bretagne, ist derartig fein und aromatisch im Geschmack, dass sie leicht zum Hauptdarsteller auf dem Teller wird, zum Beispiel als gefüllte Zwiebel.

Gefüllte Roscoff Zwiebeln

Nach meinem Lieblingsgemüse befragt habe ich schon oft die Zwiebel genannt, weil ich sie wohl von allen Gemüsen am häufigsten, fast täglich verwende. Von allen Zwiebelsorten, die ich kenne, ist die Roscoff Zwiebel mit Abstand die edelste und feinste Sorte: zart rosafarbenes Fleisch, knackig, und im Anschnitt verströmt sie einen unbeschreiblichen Duft. Nicht einfach nur scharf wie viele andere Sorten, sondern aromatisch, süßlich mild und gleichzeitig pikant.

Die bretonische Edel-Zwiebel wird seit über 400 Jahren in Roscoff angebaut, heutzutage mit geschützter Herkunftsbezeichnung. Der Anbau erfordert viel Handarbeit. So wird jede einzelne Zwiebel von Hand eine Woche vor der Ernte bis auf ein Drittel aus dem Boden gezogen, um sie auf dem Feld vor zu trocknen. Nach alter Tradition werden die Roscoff Zwiebeln dann – ebenfalls von Hand – geerntet und traubenförmig gebunden. So sind sie monatelang haltbar.

Reich an Vitamin A, B und C und lange haltbar war die Roscoff Zwiebel schon vor Hunderten von Jahren ein begehrtes Gemüse bei Seeleuten, um auf den langen Überfahrten dem Vitamin-Mangel vorzubeugen.

Anfang des 19. Jahrhunderts zogen bretonische Zwiebelhändler ins gegenüberliegende England, um ihre Zwiebeln dort, von Stadt zu Stadt wandernd, zu verkaufen. Die Tradition der „Johnnies“, wie die Engländer die Zwiebelhändler nannten, besteht heute noch und wird alljährlich im Sommer in Roscoff mit einem großen Zwiebelfest (La fête de L’oignon rosé) gefeiert. Die Zwiebelzöpfe wurden übrigens damals gebunden, um möglichst viele Zwiebeln mit dem Fahrrad transportieren zu können – so sind mit Zwiebel-Zöpfen geschmückte Fahrräder heute das Symbol für die größte Zwiebel-Party in der Bretagne.

Qualität und einzigartiger Geschmack haben ihren Preis. Die Roscoff Zwiebel kostet leicht das Doppelte wie ihre allgegenwärtigen heimischen Verwandten. Zu Recht, denn dieses Gemüse stiehlt so manchem Stück Fleisch die Show…

Gefüllte Roscoff Zwiebeln

(4 Portionen – Garzeit: 1,5 Stunden)

120 g Toastbrot (aus Weizenvollkornmehl)
würfeln, die Hälfte in
50 g Butter
goldbraun rösten und ohne das Fett mit den ungerösteten Würfeln mischen
100 ml Milch, lauwarm
1 Ei
1 Eigelb
Salz, Pfeffer aus der Mühle
½ Bund Majoran, gehackt
verrühren, über das Brot geben und vermischen
1-2 EL Paniermehl
Paniermehl hinzufügen, ziehen lassen, während du die Zwiebeln vorbereitest
8 mittelgroße (Roscoff) Zwiebeln
pellen, einen Deckel abschneiden, den unteren Teil aushöhlen
die Zwiebelstücke, die du ausgehöhlt hast, anderweitig verwenden, beispielsweise für eine Pilzpfanne oder Zwiebelsauce
die Zwiebel mit der Brotmischung füllen, den Deckel aufsetzen, in einer gefetteten Auflaufform mindestens 1,5 Stunden bei 120° C im Backofen garen

Hinterlass mir eine Nachricht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    1. Hallo Ursula,
      das würde für die Füllung zu viel sein. Ich verwende die Zwiebelstückchen gern am nächsten Tag für eine Pilz-Pfanne oder eine Zwiebelsauce.
      Danke für den Hinweis, das schreibe ich noch einmal genauer in das Rezept.
      Viele Grüße aus dem hohen Norden
      Bettina

    1. Hallo Ursula,
      würde mich freuen, wenn du das Rezept ausprobieren würdest. Schreib doch mal, wie es dir gefallen hat.
      Liebe Grüße
      Bettina

Tonkabohnen Mousse mit Blutorangen-Ragout und frittierten Wan Tan Streifen 9. Februar 2019 | Süßes

Tonkabohnen Mousse mit Blutorangen-Ragout

In fünf Tagen ist Valentinstag! Mein liebster Kapitän ist leider nicht an Land. Aber wäre er da, würde ich ihn mit diesem Dessert verwöhnen: Es kommt in drei Schichten daher: ein Blutorangen-Ragout, mit Grenadine verfeinert, ein Quark-Joghurt-Mousse, mit Tonkabohne aromatisiert und das Ganze getoppt von frittierten Wan-Tan-Streifen mit Salzkaramell. Ein Dessert, das im Mund funkelt, und euren Liebsten (oder eure Liebste) ganz sicher verzaubert!

Weiterlesen
Jackfrucht Curry mit Ananas 3. März 2018 | Hauptgerichte

Jackfrucht Curry mit Ananas

Curry-Gerichte, speziell das traditionelle Seemanns-Curry, sind nicht weg zu denken aus unserem Speiseplan. Meist wird ein Curry auf Hühnchen gekocht. Hier stelle ich eine vegetarische Alternative vor – für alle, die ihren Fleischkonsum reduzieren möchten. Ingwer, Knoblauch, Mohn, Kreuzkümmel, Kurkuma, Kokosmilch und Jackfrucht. Ganz schön exotisch, oder?

Weiterlesen
17. Januar 2018 | Beilagen

Pasta a la Mamma

Hausgemachte Nudeln, es gibt nichts Besseres. Weichweizengrieß lautet das Zauberwort. In einem kleinen Geschäft für italienische Lebensmittel wurde ich fündig. An der Kasse grummelte der ältere, etwas griesgrämige (das muss wohl am Leben in Norddeutschland liegen…) Inhaber: „Pasta? Das kriegen Sie sowieso nicht hin.“ Auf die Frage, ob er dieser Meinung sei, weil ich keine Italienerin bin, antwortete er ungerührt: „Meine Frau versucht das schon seit 40 Jahren, also werden Sie es auch nicht hinbekommen.“ Allora! Per favore!

Weiterlesen

Anmelden

Trage hier einfach deine Daten ein, damit Du über die neusten Beiträge benachrichtigt wirst.