Bari – Öhrchennudeln und Frutti di Mare
26. Juli 2018 | Landgänge
Roher Fisch und Meeresfrüchte – jeder denkt sofort an Japan. Sushi, klar. Oder an Peru. Ceviche, auch klar. Aber was ist mit Italien? In Apulien – und speziell in der Region um Bari – ist roher Fisch und sind rohe Meeresfrüchte von den Speisekarten der Restaurants gar nicht wegzudenken. Genauso wenig wie die Öhrchennudeln aus den Straßen Baris.
Beim Landgang in Bari schwelgen wir regelmäßig beim Anblick der Fischauslagen des „Al Pescatore“. Und es bleibt natürlich nicht beim Blick in die Auslagen. Das „Al Pescatore da Onofrio“ in der Piazza Federico II di Svevia in Bari gleich gegenüber dem Stauferkastell ist ein Besuch wert – unbedingt. Wie oft wir nun schon dort waren und wir waren bei jedem einzelnen Besuch zufrieden. Nein, glücklich über die hervorragende Qualität und Frische der Speisen.
Öhrchennudeln oder auch Orecchiette auf der Strasse
Meist beginnen wir unseren kleinen Landgang in Bari mit einem Spaziergang durch die Altstadt, die vom Hafen in 10-15 Minuten zu Fuß erreichen ist. Unter dem Arco Basso kann man den Italienerinnen zuschauen, wie sie Nudelteig von Hand zu Orecchiette formen und diese in der Sonne auf großen Gittern trocknen lassen. Vor jedem zweiten Haus stehen diese Trockengitter. Es ist phantastisch zu sehen, wie die Frauen in atemberaubendem Tempo Pastateig von einer Rolle abschneiden und mit dem Daumen über das Messer zu Öhrchennudeln formen.
Den Aperitif nehmen wir in der Pasticceria Rex, einer Mischung aus Konditorei, Café und Bar. Hier empfiehlt sich ein Crodino (ein alkoholfreier Bitter) mit ein bisschen Prosecco und ein paar Oliven. Hier werden recht interessante Kräuterliköre, beispielsweise Lorbeer- oder Basilikum-Likör in kleinen 250 ml oder 500 ml Flaschen angeboten – ein schönes Mitbringsel.
Al Pescatore
Wie der Name „Al Pescatore“ (Beim Fischer) schon vermuten lässt, handelt es sich hier um ein reines Fischrestaurant. Und der Fisch und die Meeresfrüchte sind gut. Sehr gut. Eine Reservierung lohnt sich allenthalben. Bei unserem ersten Besuch dort – ohne Reservierung – knurrte uns der Kellner zwar ein wenig an: „Hier gibt es aber nur Fisch!“ Wir entgegneten: „Wunderbar, genau deswegen sind wir hier.“ Die Kellner wurden mit jedem Gang, den wir bestellten, entspannter.
Als Vorspeisen können wir die gemischten Meeresfrüchte roh (crudo) und gekocht (cotto) wärmstens empfehlen. Als „crudo“ kommen verschiedene Muschelsorten, Kalamar (Tagliatella di calamaro crudo), Lachs, rote Garnele, Austern und je nach Tagesangebot auch Kaisergranat und See-Igel auf den Teller. Die gegarte Variante beinhaltet verschiedene Teller, beispielsweise Pulposalat, Gemüse mit Garnelen, Kaisergranat, frittierte Fischbällchen, frittierte Tintenfischstreifen und je nach Tagesangebot kleine frittierte Fische. Danach gibt es Burrata und Ricotta mit bestem Olivenöl und ein bisschen Salz – einfach herrlich.
Im Hauptgang haben wir schon auch mal Pasta bestellt oder die Fischsuppe. Meistens aber ist es bei den ausgiebigen Vorspeisen geblieben. Ein Jammer, dass man nicht alles durchprobieren kann. Ein kleines Glas Sorbetto und ein Kaffee runden das Essen perfekt ab. Eine wohltuende Auszeit vom Schiff und der Himmel für Meeresfrüchte-Liebhaber…
Nach der sehr gelungenen Renovierung des Restaurants ist das Ambiente modern und frisch. In den Tunnelgewölben herrschen die Farben Türkis, Weiß und Grau vor. Man fühlt sich einfach wohl. Im Sommer kann man wunderbar auf der verglasten Terrasse sitzen.
Bed & Breakfast
Dem El Pescatore angegliedert ist ein Bed & Breakfast, das vor knapp einem Jahr eröffnet wurde. Leider haben wir es versäumt, uns einmal die Zimmer anzusehen. Die Fotos im Internet zeigen aber helle Räume mit weiß-grauem Farbkonzept und einem klaren, sehr modernen Design. Dieses B&B haben wir auf unserer Liste, wenn wir endlich einmal privat nach Italien kommen. Dann wird Bari und das Al Pescatore auf jeden Fall eine Station sein – und dann mal mit einem ausgedehnten Dinner.
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