Macaronesian Gin – der Sommer im Glas
15. Februar 2018 | Landgänge
Die meisten Menschen bringen sich gern etwas aus dem Urlaub mit. Unser Koffer ist meist voll mit Wurst und Käse von lokalen Märkten und manchmal ist auch eine Flasche Wein dabei. Auf Teneriffa haben wir spontan eine Flasche Gin mit zwei Gläsern als Mitbringsel eingepackt. Macaronesian Gin. Zugegeben, ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht einmal genau, wofür ‚Makaronesien‘ steht.
Makaronesien ist eine alte Bezeichnung für die vor Afrika im Atlantik liegenden Inselgruppen. Also die Azoren, Madeira, die Kapverden und die Kanarischen Inseln. Und eben von einer dieser Kanarischen Inseln kommt der Macaronesian White Gin. Er wird im Süden Teneriffas in San Miguel de Abona destilliert und war der erste auf den Kanaren hergestellte Gin überhaupt.
Eigentlich verwunderlich, denn die Voraussetzungen auf den Inseln sind ideal für Gin: Ausgezeichnetes durch Lavagestein filtriertes Wasser und Botanicals, die vom kanarischen Klima verwöhnt, vor Ort wachsen. So zeichnet sich der Macaronesian Gin durch einen weichen und ausgeglichenen Geschmack und einen ganz feinen Wacholderduft aus. Wacholder gibt es reichlich in den Lorbeerwäldern der Insel. Als Botanicals kommen neben dem Wacholder, Angelikawurzel, Süßholz, Zitronen- und Orangenschalen sowie Kardamom zum Einsatz. Das schmeckt wie Sommer im Glas.
Die Keramikflasche wird übrigens in Deutschland hergestellt. Das erklärt auch, weshalb sie einem so bekannt vorkommt, Gin Sul und Knut Hansen Gin kommen in sehr ähnlicher Aufmachung daher. Aber die schmecken eben rauer, nicht so sehr nach Sonne – sondern norddeutsch.
In Spanien und Portugal wird Gin Tonic in bauchigen Ballongläsern serviert. In diesen recht großen Gläsern können sich die Aromen der beigegebenen Gewürze optimal mit dem Getränk verbinden. Ich persönlich mag diese Copa Gläser lieber als das klassische Longdrink Glas, in dem Gin Tonic in Deutschland serviert wird. Sie sehen einfach eleganter aus.
Überhaupt scheint Gin in allen Variationen in Spanien noch viel beliebter zu sein als in Deutschland. Die Auswahl in den Supermarktregalen oder Spirituosenhandlungen ist unüberschaubar groß. Dazu kommen ausgefallene Tonic Variationen, die man bei uns suchen muss bzw. die es auf dem deutschen Markt gar nicht gibt.
Der Siegeszug des Gins in Spanien verlief rasant. Der Leiter der Destillerie Santa Cruz, Diego Rombola, kann sich noch an Zeiten erinnern, als Gin noch nicht das Modegetränk war, das es heute ist. Er erzählt, dass es Bars gab, in denen mit Gin geputzt wurde, weil er geruchsneutral ist. Nun, die Zeiten haben sich geändert und Gin ist im wahrsten Wortsinne in aller Munde.
Also, wer noch Platz im Koffer hat…bei einem Glas Macaronesian Gin mit Tonic kann man den Reiseerinnerungen zu Hause wunderbar nachhängen.
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Gin zum Putzen -so weit kommt es noch! Das wäre glatter Alkoholmissbrauch!!!
Weiterhin viel Freude und Spaß an Neuentdeckungen auf der Reise!
Toll, dass ihr immer wieder in Sachen „Gaumenschmaus“ und „Leckereien“ auf Entdeckung geht – wahrhaft eine gute Profession! 😉
Ich freue mich auf die Anregungen und sinne auf baldige Nachahmung!
Gruß Ingrid
Gin zum Putzen- einen phantastische Idee! Einen Gin Martini vor dem Staubsaugen und einen Gin Tonic nach dem Feudeln; das wäre am Freitag so richtig nach meinem Gusto!
Die Menge des Gins war Mitte des 18. Jhdts. in England ungeheuerlich. Man konsumierte im Jahr bis zu 11 Millionen Gallonen ( eine Gallone entspricht 4.5 Liter), in den Straßen Londons sah man überall nur Betrunkenen.
Was machen da die beiden Drinks zum Putzen schon?