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Grüne Weinflaschen

Entdeckungsreise Pfalz Teil 2

1. Dezember 2018 | Landgänge

Unser Crash Kurs Pfalz geht weiter! Auf Einladung der Pfalzwein e. V. wandeln wir einen Tag lang auf Pfälzer Weinwegen: Sechs Vinotheken, 13 Winzer und ein „Herbstliches Kamingespräch“ am Abend – die Pfalz von Süd nach Nord, von Landau nach Zellertal in 24 Stunden!

Entdeckungsreise Pfalz Teil 2

Ihr habt Teil 1 noch nicht gelesen, dann geht’s hier lang zum Start der Pfalz-Tour.

Achtung: Dieser Beitrag enthält Werbung für die Pfalz und Pfälzer Weingüter… zu Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie bitte den Winzer Ihres Vertrauens…

15.30 Uhr Weingut Lucashof

Unsere vierte Vinothek – und wieder ein komplett anderer Stil, und wieder wunderschön. Das romantische Weingut Lucashof in Forst versprüht mediterranes Flair. Der terracottafarbene Anstrich, die Oliven-, Zitronen- und Feigenbäume im kopfsteingepflasterten Hof, die Großzügigkeit des Gutshofes mit seinen Türmchen und Erkern– all das würde, speziell an diesem milden, sonnigen Tag mit all den herbstlich gold-roten Tönen, auch gut in die Toskana passen.

Das Weingut Lucashof ist Familie. Das spürt man sofort. Philipp, der Junior, lädt auf einem kurzen Rundgang durch den Weinkeller ein, erklärt Lagerung und Abfüllung, bevor wir in der Vinothek ankommen. Dort beschreibt er in lockerem Plauderton, wie jedes Familienmitglied sich in die Gestaltung der äußerst ansprechenden Vinothek mit eingebracht hat: die Wand aus alten Fassdauben, die begehbare Schatzkammer, die Steinwand, der Tresen, den sich in dieser Form Papa Klaus gewünscht hatte und das gekonnt inszenierte Beleuchtungskonzept seiner Schwester. Jedes einzelne Element steht für ein Familienmitglied, die Vinothek als Ganzes trägt den „Lucas-Stempel“. Diese Familie lebt auf äußerst sympathische und dabei erfolgreiche Weise Familienleben und Wein.

In der Weinschatzkammer erspähen wir Rieslinge, die fast so alt sind wie ich selbst. Wir verkosten das aktuelle Sortiment, werden aber bald von Christine Lucas entführt. Sie ist die gute Seele des Lucashofs und zeigt uns ihr Reich, das Landhotel. Hier führt sie die Regie.

Mit strahlenden Augen und voller Stolz zeigt sie uns die sieben Zimmer, die allesamt klangvolle Namen von verschiedenen Weinlagen tragen. Man findet hier das Kirchenstück neben dem Ungeheuer, den Musenhang neben dem Bischofsgarten. Die Zimmer sind ausgesprochen geräumig und sehr geschmackvoll im mediterranen Stil eingerichtet. Frühstücken kann man im Landhotel Lucashof mit Blick auf das Haardtgebirge und für Gäste steht ein kleiner Park zur Verfügung. „Viele von unseren Gästen kommen schon seit Jahren, manche sind für uns als gehörten sie zur Familie, und wieder andere verfolgen die Arbeiten auf dem Hof ganz genau, legen fast mit Hand an“, erzählt Christine Lucas. Beinahe sehen wir uns schon, unser abendliches Gläschen Wein im letzten Sonnenlicht zwischen den Sandsteinmauern unter der Pergola genießen. Romantico.

17.00 Uhr Weingut Hensel

In der Dämmerung erreichen wir Bad Dürkheim und das Weingut Hensel. Im Gegensatz zu unserer vorigen sehr klassischen Station erwartet uns hier ein modernes Anwesen – sehr modern, avantgardistisch. Fast möchte man sagen: „Abgehoben“. Und damit liegen wir ziemlich richtig, zumindest architektonisch. Das Gebäude scheint tatsächlich fast zu schweben. Inspiration für diese architektonische Feinheit lieferte der angrenzende kleine Flugplatz.

Thomas Hensel ist experimentierfreudig, wenngleich er auf eine über 300-jährige Familientradition zurückblicken kann. Er führt ein modernes Gut mit einem sehr jungen Team. Auch die sehr schicke und moderne Ausstattung der Vinothek zeigt, hier trifft die Erfahrung von Generationen auf das Wissen und die Technik von heute. Der Winzer schwört auf Handarbeit, er will nur reife und gesunde Früchte verarbeiten. Der natürliche Charakter einer Rebsorte soll sich voll ausbilden dürfen.

Passend zum Flugplatz und zu dem architektonisch „abgehobenen“ Eindruck ordnet Hensel seine Weine in vier Kollektionen: LITER, AUFWIND, HÖHENFLUG, und IKARUS. Er erklärt: „Du sollst für jeden Anlass bei uns den passenden Wein finden. So darf der LITER-Tischwein nicht fehlen: Alltagstauglicher Genuss ohne Schnörkel. Mit AUFWIND, HÖHENFLUG und IKARUS steigen wir dann peu à peu in die komplexeren Zonen des Weinschöpfers – von der Prêt-a-porter zur Haute Couture.“ Und speziell zum IKARUS fügt er hinzu: „Da muss das Weinjahr schon ausgesprochen gut gelaufen sein, sonst landet er gar nicht erst in der Flasche: Ikarus, unser edelster Weincharakter.“ Hoffen wir, dass 2018 ein IKARUS-Jahr zum Abheben ist.

18.30 Weingut Bremer

Nach diesem Höhenflug landen wir punktgenau in Zellertal, im Weingut Bremer. Was soll ich sagen. Ein weiteres absolutes Highlight auf unserer Reise und für heute die letzte Station. „3 Schwestern und Herr Acker“, heißt es in ihrem Untertitel. Das macht neugierig, zumal die Vier 2017 zum Newcomer des Jahres beim Deutschen Riesling Champion gewählt wurden.

Anna, Rebecca und Leah starteten mit ihrem Weingut erst vor vier Jahren. Know-how in Betriebswirtschaft und Marketing sowie jede Menge gastronomische Kreativität brachten die drei Schwestern mit. Fehlte noch ein erfahrener Weinfachmann. Und das war Herr Acker. Der in Fachkreisen bekannte Pfälzer Oenologe, der zuletzt ein Weingut in Serbien erfolgreich aufgebaut hatte, modernisierte den Betrieb grundlegend, um die Voraussetzung für die Produktion von Spitzenweinen zu schaffen. Und das ist ihm gelungen. Heute bewirtschaften die drei Schwestern und er 20 Hektar Weinberge und haben sich bereits jetzt einen respektablen Namen in der Weinwelt erworben und Einzug in den Eichelmann, Gault & Millau und Falstaff gehalten.

Mit einer Event-Scheune, einer Vinothek und einem Kaminzimmer bietet das Weingut Bremer Veranstaltungsorte für wirklich jeden Anlass. So hatte Pfalzwein e. V. zum alljährlichen Pressetermin „Herbstliches Kamingespräch“ in eben diese Event-Scheune eingeladen. Neben einem allgemeinen Überblick über den Weinjahrgang 2018 (der Grund zum Jubeln gibt) und über die Pfalz als Urlaubsregion wurde auch die neue Pfalzwein-Website vorgestellt.

Unter der einprägsamen Adresse www.pfalz.de wurden die bisherigen Seiten von Pfalzwein, Pfalz.Touristik und Pfalz.Marketing gebündelt. Super-praktisch: Hier findet sich wirklich alles: Ob Informationen zu Pfälzer Weinen und Gastronomie oder die Pfalz als Reise-Destination. Unsere geplante Wanderreise werden wir in jedem Fall mit Kartenwerk und Tourenvorschlägen, die auf der Website zum Download bereitstehen, vorbereiten. Eine wirklich gut gemachte Tourismus-Seite, wie wir finden!

In der Wein-Bar kamen wir abschließend in den Genuss eines saisonalen Vier-Gang-Menüs mit korrespondierenden Weinen des Weinguts Bremer. Nach Paprikasüppchen und Feldsalat mit geräucherter Entenbrust wurde ein Kalbs-Filet mit feiner Kräuterbutter, Kartoffeln und Kürbis serviert. Der 2015er Zellertaler Spätburgunder war ein absoluter Hochgenuss dazu! Auch die 2015er Hengstgewanne Riesling Auslese war die perfekte Begleitung zum Dessert, einem Schokotörtchen mit Johannisbeeren-Sorbet. Leider musste ich an dieser Stelle schon längst passen. Wieder einmal.

Im Sommer muss diese Vinothek mit ihrem kopfsteingepflasterten Innenhof, den aus Sandstein gemauerten Gebäuden und der wundervollen alten Linde ein herrlicher und romantischer Ort sein, um ein gepflegtes Glas Wein oder ein Abendessen im Freien zu genießen.

Die Vinotheken-Tour war ein Feuerwerk architektonischer, önologischer und gustatorischer Erlebnisse, man hätte an jedem einzelnen Platz verweilen mögen. Die hier wegen der Fülle des Programms nicht erwähnten Weingüter und Winzer mögen mir dies verzeihen. Die Pfalz hat sich uns von der besten Seite präsentiert: eine Landschaft und ein Klima wie Samt und Seide, gutes Essen, erlesene Weine… wir werden ganz sicher wiederkommen.

Und wenn wir es endlich schaffen, unsere Wanderwoche in der Pfalz einzulegen, dann werden wir in jedem Fall die Pfalz-Card nutzen. Dann können wir bequem mit der Bahn anreisen und vor Ort alles mit dem sehr gut ausgebauten Öffentlichen Verkehrsnetz erreichen. Nicht nur der öffentliche Verkehr, sondern auch 100 Freizeiteinrichtungen können mit der Karte kostenlos besucht werden. Es lohnt sich also nach einem Hotel Ausschau zu halten, das der Pfalz-Card angeschlossen ist. Das Hotel Kollektur beispielsweise ist eines dieser Hotels. Dort haben wir uns während unseres Pfalz-Kurztrips sehr wohl gefühlt.

Fünf verschiedene Vinotheken, die so unterschiedlich, individuell und besonders sind wie ihre Winzer und deren Familien. Fünf Familien, fünf Geschichten, fünf Konzepte und fünf grundverschiedene Gutshöfe – aber eines verbindet sie alle: die große Liebe zum Wein und dem damit verbunden handwerklichen Tun und zu ihrer Heimat, die wir als so schön kennengelernt haben.

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