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Tokaj Wein im Weinkeller Árpád-hegy Pince in Szerencs/Ungarn

Tokaj Wein – Weinprobe bei Adam Varkoly

19. Oktober 2018 | Landgänge

Unsere Budapest Reise führte uns auch zu Ungarns bekanntestem Weinanbaugebiet, der Tokaj Region. Wir trafen dort einen jungen ungarischen Winzer voller Esprit, Ádám Varkoly. Wer glaubt, dass Tokaj Weine süß und schwer sein müssen, den belehrt Ádám schnell eines Besseren. Auf seinem Weingut Árpád-hegy Pince in Szerencs werden auch wunderbare, trockene Weine aus Furmint gekeltert.

Tokaj Wein – Weinprobe bei Adam Varkoly

Auch wenn ich grundsätzlich ein Verfechter deutscher Weine bin und besonders die jungen deutschen Winzer für ihre Frische und ihren Innovationsgeist schätze, möchte ich hier über dieses ungarische Weinanbaugebiet und diesen besonderen jungen Winzer berichten. Es scheint, dass sich im Tokaj gerade ein Wandel vollzieht. Sicherlich ein Generationenwandel, aber auch eine Öffnung zum trockenen Wein, dem gerade der vulkanische Boden des Tokaj sehr gut zu tun scheint.

Arpad-hegy Pince – erste Weinadresse in Szerencs

Ádám Varkoly spielt hier eine große Rolle. Gerade im letzten Jahr hat der talentierte, aufstrebende Winzer den Gedenkpreis „Tibor Gál“ gewonnen, eine der wichtigsten Auszeichnungen, die in Ungarn vergeben wird.

Ádám sprüht vor Begeisterung, wenn er von seinen Weinen spricht, von seinem Weingut Árpád-hegy Pince und dem Gebäude, das er gern renovieren und umbauen möchte. Es soll wieder in altem Glanz erstrahlen. Ádám träumt von Gästezimmern und – natürlich – einer Weinbar mit Terrasse. So wie früher. Aber erst einmal müsse die Vermarktung der Weine weiter vorangetrieben werden, sagt er. Der Umbau muss noch warten. Wir zweifeln nicht daran, dass der junge, energiegeladene Mann auch diese ehrgeizigen Pläne umsetzen wird.

Die süsse Bank

Bei unserem Besuch zeigt Ádám uns seinen Keller und auch seine „Bank“, in der er seine Süßwein-Schätze verwahrt. Beeindruckend. Das kann ich nicht anders sagen. Man spürt, wie er für seinen Beruf und seine Weine brennt. Eine Passion. Er gerät ins Schwärmen, als er uns die Herstellung des Tokajers erklärt. Sie sei nicht ganz ohne und auch kostenintensiv. Tokaj Wein wird aus Trockenbeeren hergestellt. Man muss sich das vorstellen, wie am Rebstock eingetrocknete, fast rosinenartige Beeren, die ihre natürliche Mostkonzentration durch Edelfäule erhalten. Diese Edelfäule tritt allerdings nicht jedes Jahr auf, und schon gar nicht in gleicher Qualität. So kann man sich vorstellen, wie schwierig dieses Geschäft ist.

Die Haupt-Rebsorte des Tokaj Süßwein-Cuvées ist die Furmint Traube, eine alte, ungarische Traubensorte. Ádám keltert daraus auch einen trockenen Furmint, der uns ganz besonders gut schmeckt. Exzellent.

 

Ich bezeichne mich ja selbst nicht als Weinkenner oder gar -experte. Meine Expertise liegt darin zu wissen, welcher Wein mir ganz persönlich schmeckt und welcher nicht – und so wird es ja den meisten meiner Leser auch gehen. Grundsätzlich bin ich aber nicht so der Süßwein-Fan. Süßwein kann manchmal in Kombination mit einer besonderen Speise (z. B. Gänseleber) sehr spannend sein, aber generell mag ich trockene Weine lieber. Daher war ich zugegebenermaßen auch ein wenig skeptisch ob des geplanten Besuchs und einer Verkostung von Tokaj Weinen. Aber unser Gastgeber, der Schiffsarzt, hatte es geplant – und so konnte es nur gut werden. Und so war es.

Lehrzeit in Neuseeland

Ádám scheint sich zu freuen, über Gäste, die Gefallen an den „neuen“ Tokaj-Weinen finden, die nicht ausschließlich auf der Suche nach dem Klassiker sind. Er erzählt, dass seine Karriere wohl vorbestimmt war. Geprägt durch das Elternhaus, machte er mit 18, im Jahr 2010, seinen ersten Solo-Wein. Nach dem Studium war er in Neuseeland, um seine Kenntnisse dort zu erweitern. Neuseeland bot sich an, weil man im Winter dorthin gehen kann, wenn in Ungarn am Weinberg weniger Arbeit wartet. Denn den Weinberg kann er natürlich nicht allein lassen.

Und dann ist er wieder beim Haus seiner Großväter, in dem wir gerade sitzen. Er hat präzise Vorstellungen davon, wie hier einmal alles aussehen soll: Vorne die Terrasse, auf der Rückseite die Weinstöcke, drinnen der grüne Kachelofen und eine Weinstube. Gästezimmer soll es geben und natürlich müssen Tiere dort leben. Das tun sie jetzt schon, gleich neben dem Eingang sieht man Ziege und Schaf im Pferch. Eine Idylle, in die man eintauchen möchte.

Vielleicht können wir das ja irgendwann in wunderbaren Gästezimmern auf dem Weingut Árpád-hegy Pince tun. Wir würden uns freuen! Wir hoffen nur, dass Ádáms Weine – die süßen wie die trockenen – sehr bald auch in Deutschland erhältlich sind!

Von Budapest aus lässt sich ein Besuch in Szerencs gut als Tagestour organisieren. Ein Zwischenstopp in Hortobágyi ist sicherlich auch möglich. Wer weitere Informationen zu ungarischen Weinen und Ungarn überhaupt sucht, ist auf der Seite Reisewege Ungarn goldrichtig.

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