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Wein am Dom 2019, Entdeckung des Jahres - Preisträger

Wein am Dom – Pfälzer Rose 2019

18. April 2019 | unterwegs

Knapp tausend Weine könnte man auf der Pfälzer Weinmesse „Wein am Dom“ in Speyer verkosten, wenn man denn wollte. Wir waren da und haben zwei sympathische Weinköniginnen, eine Reihe von interessanten Winzern und sieben wunderbare Rosé Weine näher kennen- und schätzen gelernt.

Wein am Dom – Pfälzer Rose 2019

Dieser Betrag enthält Werbung für die Pfalz und Pfälzer Weingüter – zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie den Winzer Ihres Vertrauens…

…und noch eine Randbemerkung: Manche Schriftarten sind schön, aber für kulinarische Themen, zumindest in der Großschreibung, ungeeignet. Leider. Bitte seht daher besonders in diesem Artikel in den Überschriften über den fehlenden Accent beim Rosé hinweg… 

Schon zum 7. Mal fand in diesem April das „Weinforum der Pfalz“ in Speyer statt: die Wein am Dom. In sechs ganz besonderen Locations in der historischen Altstadt können rund 1.000 Pfälzer Weine und Sekte verkostet werden, und das im direkten Austausch mit dem jeweiligen Winzer. Zu Gast in diesem Jahr: Zehn Weinbaubetriebe aus dem Burgenland in Österreich, die ihre Weine auf der Wein am Dom präsentierten. Auf Einladung der Pfalzwein e.V. kamen wir ganz nebenbei in den Genuss, so besondere Orte, wie das Historische Museum der Pfalz, den ehrwürdigen Historischen Ratssaal, den Kulturhof Flachsgasse, die Galerie Kulturraum, die Heiligengeistkirche und das Haus Trinitatis zur Weinprobe zu besuchen.

„Entdeckung des Jahres“ auf der Wein am Dom

Der Titel „Entdeckung des Jahres“ ist eine begehrte Auszeichnung auf der Wein am Dom. In diesem Jahr wurden unter mehr als 120 Rosé und Sauvignon Blanc Weinen die beiden besten von einer fachkundigen Jury prämiert:

Das Weingut Lucashof aus Forst an der Weinstraße wurde ausgezeichnet für seinen 2018er Sauvignon Blanc, trocken. Lest hierzu gern meinen Beitrag über unseren Besuch auf dem Lucashof im vergangenen Jahr.

Im Bereich Rosé Weine war das Weingut Gerhard Hochdörffer aus Landau-Nussdorf die „Entdeckung des Jahres“. Mit seinem 2018er Spätburgunder Rosé, trocken, lag es ganz weit vorn.

Mit der Burgenländischen und der Pfälzer Weinkönigin und unter sachkundiger Leitung durch Peer F. Holm, Präsident der Sommelier-Union Deutschland e.V., konnten wir die beiden Siegerweine verkosten. In lockerer Gesprächsrunde wurden ganz verschiedene Themen diskutiert: das Sommelier-Handwerk, sogenannte „Frauenweine“, der Trendwein Rosé genauso wie die Arbeit der Weinköniginnen und die Sinnhaftigkeit des sogenannten „Weinsprechs“. Viele neue Impulse, die wir ganz sicher vertiefen werden.

Die Siegerweine vom Weingut Lucashof und vom Weingut Gerhard Hochdörffer haben uns – wie könnte es anders sein – sehr gefallen. Es sind leichte, grüne Weine mit geringem Alkoholgehalt, die sich bestens als Frühlings- oder Sommerweine eignen. Oder, um es getreu der Hochdörfferschen Philosophie zu sagen: „Hauptsache Spaß im Glas!“

Rose im Wandel

In den 80er Jahren war Rosé Wein in meinem Umkreis irgendwie immer etwas für Leute, die sich nicht zwischen Rot- und Weißwein entscheiden konnten. So hatten wir Rosé nie wirklich auf dem Radar, auch wenn wir in der letzten Zeit bemerkten, dass er sehr im Trend liegt, ja beinahe schon einen regelrechten Hype erfährt. Auf der Wein am Dom nahmen wir nun an einer Führung zum Thema „2018 Rosé trocken“ teil. Glücklicherweise. Welche Bandbreite Rosé Wein haben kann, war uns bis dahin nicht recht bewusst.

Silvia Kugel ist Kultur- und Weinbotschafterin der Pfalz. Sie stellte uns sieben verschiede Rosés vor. Kultur- und Weinbotschafter sind Pfalz-Kenner und -Liebhaber, die ihr Wissen über Land und Leute, Dörfer und Winzer, Kultur und Lebensart der Pfälzer weitergeben. Silvia Kugel hat dies charmant, informativ und mit viel Weinverstand getan. Was die Weinbotschafter sonst noch anbieten, könnt ihr hier nachlesen.

Und das sind die sieben Weine unserer Rose Weinprobe:

Weingut Nicole Graeber
Edenkoben
2017 Pinot blanc de noir Sekt b.A. brut
klassische Flaschengärung

Das Weingut Graeber war uns durch ihr Cuvée „Tête à Tête 22/44“ bereits aufgefallen, das wir im Restaurant Urgestein in Neustadt a. d. W. genossen hatten. Ihr Sekt begeisterte uns ebenso, er war der ideale Auftakt zur Weinverkostung.

Wachtenburg Winzer e.G.
Wachenheim a. d. W.
2018 Rosé trocken
Merlot / Lemberger / Schwarzriesling

Der Rosé ist ein Projekt der Jungen Winzer aus der Winzergenossenschaft Wachtenburg. Jung, spritzig, unkompliziert.

 

Weingut Reichsrat von Buhl
Deidesheim
2016 SUEZ Rosé
VDP Gutswein

Am 17. November 1869 wurde der Suez Kanal in einer aufwändigen Zeremonie mit Riesling-Weinen vom Weingut Reichsrat von Buhl eröffnet. Dieses Datum wird alljährlich mit einer Suez Edition gefeiert. Uns gefiel dieser Wein ausgesprochen gut. Vielleicht liegt es ja daran, dass wir den Suez Kanal schon einige Male durchquert haben. Nein wohl nicht. Dieser Rosé ist einfach sehr besonders, kein Terrassenwein, sondern eher eine besondere Begleitung zu einem schönen Essen. Im Holzfass vergoren, ist er ausdrucksvoll, knackig, temperamentvoll – und erinnert kein bisschen an Gummibärchen oder Himbeerbonbons, wie manch anderer Rosé.

 

Wein- und Sekthaus Schreieck
Maikammer
2018 Maikammerer Kirchenstück Pfalz
Spätburgunder Rosé trocken – „100“

Weine nach Maß! Schreiecks Weinlinien „Gutsweine – 50“, „Lagenweine – 100“ und „Große Weine – 200“ orientieren sich an dem im Ort Maikammer entwickelten Klappmeter (auch Zollstock genannt).

Weingut Schenk-Siebert
Grünstadt
2018 Grünstadter Pfalz
Spätburgunder Rosé trocken
Gutsabfüllung Fumé

Tradition trifft auf Moderne. Erfahrene Winzer und ihre kreativen Söhne haben diesen Rosé Wein im Holzfass ausgebaut. Ein spannender Wein!

Weingut Rothmeier
Landau i. d. Pfalz
2018 Rosé „Be Crazy“
Gutsabfüllung

Frisch, frech, frühlingshaft, Rothmeier – einfach mal verrückt sein!

Weingut Gerhard Hochdörffer
Landau Nussdorf
2018 Spätburgunder Rosé trocken

Die „Entdeckung des Jahres“ auf der Wein am Dom 2019. Dieser Wein hat uns persönlich von den Rosé Weinen – zusammen mit dem 2016er SUEZ – am besten gefallen. Beide Weingüter haben wir nach der Messe besucht.

Das äußerst sympathische Winzerpaar Hochdörffer/Dollt steht in ihrer natürlichen Unkompliziertheit und Offenheit für ihre Weine. Als Familienbetrieb in dritter Generation überzeugen sie durch ihre frische Fröhlichkeit und ihre Liebe zum Detail. Sie brennen tatsächlich für das, was sie tun. Gänzlich unprätentiös haben sie mit diesem Spätburgunder Rosé einen herrlich saftigen Sommerwein kreiert. Die Ausstattung der Flaschen ist modern und voller Witz, wie ihr Riesling „Sau Geil“ (Wobei sich dem Norddeutschen der Witz vielleicht erst nach kurzer Übersetzung erschließt. Geil steht hier für „Pferde“ im Pfälzer Dialekt).

Ihrem Motto: „Hauptsache Spaß im Glas!“ werden die Hochdörffers in jedem Fall gerecht. Gerade auch wenn sie sagen, dass ihre Weine „wenig Trinkwiderstand leisten.“

Zum Wohl. Die Pfalz.

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