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Weitwandern am Moselsteig

Weitwandern am Moselsteig: Erlebnisse & Tipps für die Etappen 17 –24

23. August 2022 | Genussreisen

Wir sind alle 24 Etappen des Moselsteigs gegangen, von Perl am Drei-Länder-Eck bis Koblenz, wo die Mosel in den Rhein mündet. Weitwandern am Moselsteig ist ein einzigartiges Erlebnis: 24 Tage raus aus der digitalen Welt und ab in die Natur, den ganzen Tag in Bewegung – ein gutes Gefühl!

Weitwandern am Moselsteig: Erlebnisse & Tipps für die Etappen 17 –24 Weitwandern am Moselsteig: Erlebnisse & Tipps für die Etappen 17 –24

 [Dieser Beitrag enthält Werbung. Zum einen für den Moselsteig, zum anderen für das ein oder andere Hotel, Restaurant oder Weingut. ACHTUNG: Der Moselsteig kann süchtig machen. Zu Risiken und Nebenwirkungen können Sie mich gern jederzeit kontaktieren.]

Beim Weitwandern ist der Weg das Ziel: Die Gleichmäßigkeit der Schritte, der Blick zurück und nach vorn, der Wechsel zwischen Wald und offenen Flächen, Schweigen und Reden, die großen Ausblicke und die winzigen Entdeckungen am Wegesrand – das alles trägt dazu bei, dass man die Welt geradezu vergisst. Wenn man es dann noch schafft, auf das Smartphone, Google & Co. weitestgehend zu verzichten, ist man völlig bei sich und tiefenentspannt.

Kommt man abends allerdings in einem größeren Ort an, in dem es von Menschen wimmelt, kann das in gewisser Weise verstörend sein. Man ist sozusagen nicht mehr kompatibel für die Welt. So gehörten die touristischen Hotspots der Mosel wie Cochem oder Bernkastel-Kues nicht unbedingt zu unseren Favoriten.

Weitwandern hält außerdem offenbar auch jung: Unsere Mitwanderer, der 77-jährige Italiener Lorenzo und der 73-jährige Franzose Gilbert sind super fit und nutzen Wikiloc, GPS, Smart Watches und so weiter. Sie schmunzeln über uns, dass wir mit einer Papier-Wanderkarte unterwegs sind. Der Moselsteig ist aber so gut ausgeschildert, dass GPS für uns nicht erforderlich ist. Das mag in Japan, wo die beiden in 88 Tagen den Shikoku Pilgerweg gegangen sind, anders sein.

Wie schon in meinem Beitrag über die Etappen 1 – 8 und die Etappen 9 – 16 erwähnt, sind die Einkehrmöglichkeiten am Moselsteig selten. Ohne Rucksackverpflegung solltest du deshalb nicht aufbrechen.

Moselsteig – Etappe 17 von Ediger-Eller nach Bruttig-Fankel (24 Kilometer, 525 Höhenmeter)

Nach ausgiebiger Weinprobe in der Vinothek beim Wein + Gut Oster und geselligen Gesprächen mit den Osters ist es spät geworden am Vorabend. Trotzdem geht es – nach einem hervorragenden Frühstück – relativ früh auf die 17. Etappe. Nicht jedoch ohne vorher noch einen kleinen Schwatz mit den beiden Winzern zu halten – über das Ausbringen von Fungiziden an den Steillagen durch Helikopter. Genau der weckte uns nämlich an diesem Morgen.

Vom Ortsteil Eller gehen wir nach Ediger und sind angetan von einer ganzen Reihe wirklich schöner und gepflegter Fachwerkhäuser. Von dort aus wandern wir gemächlich durch die Weinberge bergan. Es ist ruhig und idyllisch – bis der Helikopter sich wieder nähert und die Idylle zerreißt. Er fliegt sehr tief über den Reben und quasi über unseren Köpfen. Ohrenbetäubend.  Zu allem Überfluss kommt direkt neben uns auch noch schweres Erntegerät aus dem Weinberg auf uns zu. Uns kommt Richard Wagners „Ritt der Walküre“ aus Apokalypse Now in den Sinn. Ich summe die ersten Takte,  und wir nehmen unsere Beine in die Hand, um dem Lärm-Inferno zu entkommen. Glücklicherweise werden wir wenigstens nicht auch noch mit Fungiziden eingenebelt. Was für ein Start in den Tag!

Vom Moselsteig führt ein kleiner Abstecher zu den Römer-Gräbern, die darf man auf gar keinen Fall auslassen: Die Römer wussten, Plätze mit sensationellem Blick für ihre Bauten zu wählen.

Und hier treffen wir auch unsere Wanderkollegen wieder: Lorenzo (77) aus Italien und Gilbert (73) sind wie wir an der Geschichte der Römer interessiert und gehen ebenfalls den gesamten Moselsteig. Mit dem kleinen Unterschied zu uns, dass sie anschließend auch noch den Eifelsteig gehen. Das sei das Privileg des Alters, sagt Lorenzo einmal, man habe Zeit im Überfluss.

Wir setzen unseren Weg fort und genießen von unterwegs immer wieder den Blick zurück auf die Römer-Gräber.

Wieder einmal überqueren wir die Mosel und gelangen in Senheim an ein schön sanierte Backhaus und einen Eiskeller aus alten Zeiten. Hier scheint das Klima unglaublich mild zu sein, denn es gedeihen sogar Kiwis – groß und prall hängen sie in dicken Büscheln über uns. Sehr verlockend.

In Senheim gäbe es sogar die Möglichkeit zu einer Einkehr im Landgasthof Zur Brücke. Wir haben noch genug „Wingerts-Knorzen“ und vor allem zwei kleine Flaschen gut gekühlten „Spritzer“ vom Weingut Oster im Gepäck, ohne die wir heute früh nicht aufbrechen durften. Also, eine Einkehr ist für uns heute nicht angezeigt.

Wir überqueren die Brücke, der Weg führt entlang der Marina und wieder hinauf in die Weinberge entlang eines kleinen Weinlehrpfades. In der Margarethen-Hütte genießen wir den Ausblick und ein großartiges Picknick mit Brötchen, Salami, Weinschorle und Surfleisch vom Vorabend (ich kann leider immer nicht so viel essen, lasse es mir dann einpacken und freue mich den ganzen Vormittag wie ein Kind auf die Rast vor…). Besser kann keine Einkehr sein!

Der Weg führt weiter – entlang des Kulturwegs Mesenicher Steinreichskäpp. Hier werden Winzerpaare, Philosophen und andere Größen mit Reliefs und Spruchtafeln geehrt, man kann an originellen Stationen sein Gewicht in Steinen aufwiegen, seine Kräfte im Steine Heben messen oder am Glücksrad drehen.

Durch die Briedener Schweiz führt unser Weg im Schatten und über sehr schmale Wege am Hang entlang. Viele umgestürzte Bäume müssen umgangen werden. Es ist eine wunderschöne Passage.

In der Burg Metternich schließlich, oberhalb von Beilstein an der Mosel, kehren wir auf ein Getränk ein. Mein Schatz, der Kapitän, klettert noch schnell auf den Burgturm, mir sind die Beine zu schwer. Zumal wir die Etappe von Beilstein noch nach Fankel ausgedehnt haben. Beilstein gilt als einer der schönsten Orte an der Mosel, wird auch gern das „Dornröschen der Mosel“ genannt. Das geht wohl nicht ohne Dornen. Kein Hotelier war hier bereit, uns ein Zimmer für eine Nacht zu geben. Zwei oder sogar drei Nächte sind das Minimum, erklärte man uns. Hiker & Biker not welcome, so scheint es uns.

Im Brunnenhof in Fankel sind wir willkommen – auch für eine Nacht. Dort ist man sehr gastfreundlich und hat ein großes Herz für Wanderer. Bis dorthin müssen wir aber noch 2,5 Kilometer über sehr schmale Pfade und steile, manchmal nur fußbreite Stufen in der prallen Abendsonne gehen. Eine kleine Herausforderung, aber auch ein wunderschöner Weg. Und der Weg ist ja das Ziel.

In der Straußwirtschaft Thiesen finden wir noch einen Platz für ein Abendessen. Es wird Spießbraten und Winzersülze serviert. Ach, wie herrlich, nach 24 Kilometern isst und trinkt man mit so gesegnetem Appetit – auch wenn Marianne Rosenberg schon die zweite Schleife dreht.

Moselsteig – Etappe 18 von Fankel nach Cochem (16 Kilometer 610 Höhenmeter)

Die Nacht im blitzsauberen und nett eingerichteten Zimmer im Brunnenhof ist gut, das Frühstück außerordentlich: Am Tisch serviert, wie wir es mögen. Der beste Obstsalat der vergangenen 18 Tage. Die Chefin ermutigt mit einem Augenzwinkern, kräftig zuzulangen, sonst müsse sie noch Marmelade kochen. Der Chef, der jeden Mittwoch mit seinen Gästen wandert oder radelt, gibt uns den Tipp, unbedingt über die Brauselay zu gehen. Den Rat nehmen wir gern an und sind nicht enttäuscht.

Der Moselsteig startet von Bruttig-Fankel aus im Wald auf steilen Pfaden und über unzählige Stege und Brücken entlang eines Bächleins. Irgendwann entfernt sich der Weg vom Bach, steigt immer weiter an. Am Eisenturm angekommen, stehen wir wieder einmal hoch über dem Scheitelpunkt einer Moselschleife.

Vor heißen Trockenmauern mit ihrem ganz eigenen Mikroklima mit Eidechsen, Schmetterlingen und unzähligen Insekten geht der Weg voran, und wir nehmen zum ersten Mal eine Alternative zum Moselsteig. Wir folgen den Holz-Hinweisen zur „Brauselay“, wandern steile Pfade und breitere Waldwege entlang mit immer wieder neuen Info-Tafeln zur heimischen Flora und Fauna.

Schließlich erreichen wir den atemberaubenden Aussichtspunkt „Brauselay“: Gegenüber die Reichsburg, die über Cochem thront.

Ein Gedenkstein zum Tode des sechsjährigen Erich Zenz stimmt fast ein wenig traurig. Er wollte seine jüngere Schwester, die von der Brauselay gestürzt war, retten und kam selbst dabei um. Aber das ist schon 120 Jahre her.

Wir wenden uns dem Leben zu und steigen zu einer etwas unterhalb der Aussichtsplattform liegenden Bank, leicht verwittert mit rostigen antiken Geländern. Ein wunderbarer Platz – wie ein Vogelnest – und wie gemacht für ein Picknick, Eidechsenbesuch inklusive.

Nun führt der Weg an einem Kreuzweg hinab wieder auf den Moselsteig. Wir sind in den letzten 18 Tagen viele, viele Kreuzwege hinauf oder hinab gegangen. Dieser aber ist wirklich beeindruckend schön. Die einzelnen Tafeln sind äußerst detailreich und mit viel Tiefe gestaltet. Die Gesichtsausdrücke einzelner Figuren lassen mich erschauern.

Hinab geht es nach Cochem über einen steilen Treppen-Pfad. In der Stadt erwartet uns quirliges, lautes, touristisches Leben einschließlich Narrhalla Marsch beim Dorffest des Cochemer Karnevalsvereins direkt an der Moselbrücke. Nach so viel Wald und Stille ist das nur schwer auszuhalten.

Das Hotel Karl Noss, direkt am Moselufer, überrascht. So ein winziges Zimmer haben wir wahrscheinlich in unserem ganzen Leben noch nicht gehabt, dabei ist es tatsächlich das kostspieligste auf unserer Tour am Moselsteig. Cochem eben.

Auf dem Weg zum Abendessen laufen wir wieder Lorenzo und Gilbert über den Weg. Sie erzählen uns, sie seien vor dieser Wanderung schon 900 Kilometer durch Sizilien gegangen. Im Frühjahr waren sie 1.400 Kilometer auf dem Jakobsweg von Valencia nach Santiago de Compostela unterwegs. Und als ob das nicht schon beeindruckend genug wäre, schieben sie nach: „Ach ja, und im Herbst lässt es sich wunderbar in Japan gehen, dann ist da das Wetter gut.“ Noch Fragen?

Unser Abendessen genießen wir sehr im Neos Wine & Burger Bar. Es wird frische, junge Küche angeboten, bei weitem nicht nur Burger – und natürlich gute Weine. Das Ganze in einem schönen, modernen Ambiente. Wir kommen spontan, die Terrasse ist ausgebucht. Dort würden wir bei dem Karnevals- und Party-Tamtam aber sowieso nicht gern sitzen wollen. Also nehmen wir Platz im Innenraum, hier ist es entspannt, ruhig und absolut perfekt. Die Preise sind vielleicht etwas hoch – gerade wenn man eine Portion Bauernbrot mit Kräuterdip für 5 Euro betrachtet. Das gibt es in den meisten Restaurants ja nun einmal gratis als Einstimmung auf den Abend. Trotzdem: Das Neos ist absolut empfehlenswert und eher erfrischend untypisch für Cochem.

Moselsteig – Etappe 19 von Cochem nach Treis-Karden (27 Kilometer, 830 Höhenmeter)

Wir durchwandern das morgendliche, noch stille Cochem bis zur unteren Seilbahn Station. Noch ahnen wir nicht, dass dieser Tag wirklich anstrengend werden wird, mit mehr als 27 Kilometern und drei heftigen Anstiegen. Über Treppen geht es hinauf zur oberen Seilbahn-Station, dann wechseln sich schattige Wald-Abschnitte mit sonnigen Passagen vor Trockenmauern ab.

Am „Klottener Wingert‘s Bud‘che“ unterhalb der Ruine Coraidelstein tragen wir uns ins Gästebuch ein. Die „Jungen Alten“ von Klotten haben diesen Rastplatz gebaut und wirklich liebevoll mit allerlei alten Winzer-Gerätschaften dekoriert. Ein ganz besonders schöner Platz zum Verweilen – Premium-Moselblick inklusive. Die Burg Coraidelstein ist übrigens heute im Privatbesitz und wird als Künstler-Atelier genutzt. Sie ist nicht zu besichtigen.

Es geht hinab bis an die Mosel, um – natürlich – gleich wieder steil auf ein großes Plateau hinaufzuführen. Eine Ebene mit wogendem Weizen und ockerbraunen reifen Rapsfeldern rund um den Annischer Hof, das wir bei fast norddeutscher steifer Brise umrunden.

Wir durchqueren den Ort Kail, wo heute Dorffest ist, und die Jugend mit Instrumenten zusammenläuft. Hier bietet sich im Café „An der alten Tankstelle“ eine Einkehrmöglichkeit. Angesichts der langen Etappe mit den relativ vielen Höhenmetern, machen wir aber keine Pause. Durch einen schattigen Wald an einem Bach entlang gehen wir ein zweites Mal hinunter zur Mosel nach Pommern. Und über den Lenus Mars Weg schrauben wir uns zum dritten Mal an diesem Tag hinauf, um uns die römische Tempelanlage auf dem Hartberg anzusehen.

Über schmale Serpentinen erreichen wir nach 27,5 Kilometern und reichlich Höhenmetern Treis-Karden – ein beschaulicher Ort. Wir übernachten im Schlosshotel Petry. Das Landhaus verfügt über moderne Wohlfühl-Zimmer und ist gut 100 Meter vom Stammhaus entfernt. Im Speisesaal fühlen wir uns am Abend auf seltsame Art an ein Kreuzfahrtschiff erinnert. Pompös, viel Gold, riesige glitzernde Deckenlampen – und natürlich fehlt auch die Discokugel nicht. Merkwürdig nur, dass das gesamte Frühstücks-Set-up schon um uns herum aufgebaut ist. Die Servicedamen sind forsch, das Essen dagegen ausgezeichnet!

Moselsteig – Etappe 20 von Treis-Karden nach Moselkern (14 Kilometer, 355 Höhenmeter)

Die 20. Etappe beginnt mit einer botanischen Besonderheit: Der Buchsbaumpfad führt zunächst durch einen urwaldartigen Hochwald mit altem wildem Buchsbaum-Unterwuchs. Dann führt er an Trockenmauern teils durch regelrechte Buchsbaum-Tunnel auf schmalen Pfaden und mit Seilen gesicherten Wegen weiter.

Das Naturschutzgebiet „Auf der Krabaum“ begeistert: Verwilderte Weinberge, die durch undurchdringliches Brombeergestrüpp für viele moselländische Tiere und Pflanzen nicht mehr als Lebensraum taugen, sind entbuscht und für mehr natürliche Artenvielfalt renaturiert worden. Ein Kleinod! Auf steilen und steilsten Pfädchen können Besucher sich über heimische Arten informieren, altes Weinbau-Gerät bestaunen und im „Wingerts-Budche“ eine Pause einlegen.

Als im weiteren Verlauf des Weges zum ersten Mal die Burg Eltz ins Gesichtsfeld kommt, ist das ein kleiner Glücksmoment. „Magnifique“, so Gilbert und „Bellissimo“, so Lorenzo. Gemeinsam wandern wir weiter und freuen uns auf die Burg. Die geführte Burgbesichtigung ist großartig. Waffenkammer, Schlafgemach, Kinderzimmer, Rittersaal und Küche werden mit allerlei Legenden garniert und mit Fakten unterlegt gezeigt. Eine Besichtigung, die in Erinnerung bleibt.

Außerdem ist im Eintrittsgeld eine Besichtigung der Schatzkammer der Burg Eltz enthalten. Man erhält einen Eindruck vom Glanz und Reichtum jener Epoche. Schmunzeln müssen wir bei einem Objekt, das Christoph Lindenberger im Jahre 1557 erschaffen hat. Es heißt: „Die Völlerei, von der Trinksucht befördert“.

Wir wandern nicht hinab bis Moselkern, sondern übernachten im Landhotel Ringelsteiner Mühle oberhalb von Moselkern, das direkt am Streckenverlauf des Moselsteigs liegt. Ein herzlicher Wirt, ordentliche Zimmer, in dem es sich in dieser Waldlage mit entsprechender Stille herrlich schlafen lässt.

Das Abendessen in der in diesem Frühjahr frisch eröffneten „Scheune“ überzeugt. Zünftig-modernes Hütten-Flair mit deftigen und köstlichen Speisen wie auf der Alm. Was will man mehr?

Moselsteig – Etappe 21 von Moselkern nach Löf bzw. Brodenbach (18 Kilometer, 625 Höhenmeter)

An die steilen Anstiege am Morgen sollten wir uns nach 20 Tagen gewöhnt haben, warum sollte der Moselsteig heute anders starten? Wir wandern an Sonnenblumen-Blühwiesen und Getreidefeldern vorbei und erreichen das verschlafene Dorf Lasserg. Verschlafen ist kein Ausdruck.

Auf dem Weg nach Hatzenport wird der Weg wieder interessant, vorbei an Trockenmauern in beinahe alpinem Charakter. Oberhalb von Hatzenport führt ein etwas anspruchsvollerer Pfad mit Seilen und Leitern steil hinab, um dann am Bahnhof gleich wieder bergan zu führen. Es ist heiß, sehr heiß.

Oben angekommen, mit hochrotem Kopf, schweißgebadet und mit Puls am Anschlag sehen wir schon ein neonfarbenes und ein sandfarbenes T-Shirt, ein verblichenes Cap und einen grauen Sonnenhut: Gilbert und Lorenzo sitzen entspannt auf einer Bank, winken uns zu: „Ah, you are still alive!“, strahlen sie uns entgegen. Nee, is‘ klar…

Von dort genießen wir schöne Ausblicke auf Hatzenport und gehen im weiteren Verlauf des Moselsteigs durch schattige Wälder hinunter an die Mosel nach Löf.

Wir gönnen uns in Löf eine Weinschorle, bevor wir zu unserem Hotel auf der anderen Seite der Mosel nach Brodenbach weitergehen. Plötzlich stehen unsere beiden lieben Mitwanderer neben dem Tisch. Wir ziehen die Stühle heraus, sie setzen sich, und es wird eine sehr fröhliche Runde. Sie erzählen uns von vergangenen und bevorstehenden Wanderungen. Vom Rheinsteig und 800 Kilometern in Sizilien und von Japan. Fast macht es uns sprachlos. So viel Unternehmungslust, so viel Freude am Gehen, so viel Energie – und das mit 77 und 73 Jahren.

Lorenzo erzählt, er würde von Deutschland aus noch gerne einmal nach Rom wandern. Ich horche auf. „Estade a Roma“, sagt er. Ja genau! Estade bzw. Stade bei Hamburg, genau da wohnen wir doch. Es ist unglaublich. Und ich für meinen Teil glaube ja auch nicht an Zufälle, habe ich doch schon den Flyer für den Pilgerweg von Stade nach Rom zu Hause. In meinem Kopf schwirrt das schon länger herum – und jetzt, wo wir den Moselsteig so gut wie bewältigt haben, könnte man ja auch ein noch größeres Projekt angehen.

Die beiden erzählen noch viel, vom Weitwanderweg an der Costa Vicentina in Portugal beispielsweise und von Japan: „ Du musst mindestens zwei Stunden vorher eine Unterkunft buchen, sonst bekommst du keinen Einlass. Dann gibt es ein heißes Bad und hinterher siehst du aus wie ein Hummer. Du bekommst einen Kimono und Essen auf dem Fußboden.“ #kulturelleraustausch

Kann das denn wahr sein – mit 77? Eins ist klar: Wir haben zwei ganz besondere Menschen kennengelernt. Zwei Leuchttürme, die wir uns zum Vorbild nehmen. So möchten wir bitte auch älter werden. Glücklicherweise haben wir früh genug damit angefangen, denn die beiden sprechen von einer gewissen „Sucht“ oder „Abhängigkeit“ vom Weitwandern. Wir gehen auseinander: „A domani!“ – Eine interessantere Wanderbegegnung kann es kaum geben.

Ich habe mich mit meinem liebsten Kapitän für das Jahr 2042 verabredet. Dann bin ich 77 und dann möchte ich den Moselsteig noch einmal gehen!

Über die Brücke  gehen wir weiter nach Brodenhagen  ins „Romantische Hotel zur Post“. Hier kommen Antiquitäten-Liebhaber auf ihre Kosten.  Wundervolle alte Möbel, Gläser, Geschirr ist ausgestellt, unser Zimmer besticht durch ein komplett erhaltenes Schlafzimmer inklusive Schrank und Kommode. Wundervolle alte Holzböden und ein perfekt zum Stil des Hauses passendes sehr modernes Bad runden unseren angenehmen Aufenthalt hier ab. Wir tauchen ab in frühere Zeiten, ohne auf modernen Komfort verzichten zu müssen – welch Luxus!

Moselsteig – Etappe 22 von Löf/Brodenbach nach Kobern-Gondorf (21 Kilometer, 610 Höhenmeter)

Bei klassischer Musik im antiken Frühstücksraum genießen wir unser Frühstück zum Auftakt der 22. Etappe. Ein schöneres Frühstücks-Erlebnis hatten wir wohl auf dieser Wanderung noch nicht. So besonders!

So ganz ohne Steigung starten wir an der Mosel unsere heutige Tages-Etappe. Relativ bald geht es bergan, und wir nähern uns dem Wahrzeichen über dem Ort Alken: Der Doppelburg Thurant, eine der ältesten Burgen im Moselland, und ganz sicher auch eine der schönsten

Man geht ohne Führung durch die Burg, ein Flyer informiert über die Geschichte der Burgruine. Wanderfreund Lorenzo winkt nach der Erklimmung des Kölner Turms ab: „Alles nur Folterwerkzeuge – eine Burg der Inquisition. Das macht mich nicht glücklich.“

Ein wunderschöner Steingarten mit Skulpturen und verwunschenen Plätzen lädt zum Verweilen ein. Wir nehmen uns die Zeit, kaufen am winzigen Kiosk ein Getränk und lassen die Burg und den Weitblick über Mosel und Eifel in einer der vielen kleinen, liebevoll gestalteten Sitzecken im Garten auf uns wirken.

Ich träume davon, mich hier einmal für zwei, drei Tage wie eine Burgherrin zu fühlen. Denn hier wird tatsächlich eine Ferienwohnung vermietet. Das, finde ich, ist doch sehr reizvoll.

Der Abstieg von der Burg Thurant führt vorbei an der über 1.000-jährigen St. Michaelskirche mit Gebeinhaus – ein bisschen gruselig – und altem Friedhof. Die ältesten Grab-Kreuze tragen die Jahreszahl 1557. Eine steile, malerische Treppe, die von den 14 Kreuzwegstationen gesäumt ist, führt unter wie zu Schirmen geschnittenen Zypressen hinab ins Dorf.

Und nun wird es spannend. Am Dorfausgang wartet der „Weg der sieben Fußfälle“ auf uns: wieder ein schmaler Pfad entlang eines Kreuzweges, der es in sich hat. Bei über 35° fallen dann auch die 412 Stufen/Schritte steil durch die Weinberge nicht eben leicht. Und auch nach den Stufen geht es immer weiter stetig bergauf bis zur Wallfahrtskirche Bleidenberg.

Glücklicherweise bietet eine Wald-Passage Schatten, bevor wir wieder auf einem Hochplateau mit Getreideflächen und Blumenwiesen in der prallen Sonne gehen.

Die Röder Kapelle bietet uns ein schattiges Plätzchen zur Rast. Eine Kapelle, die vor 90 Jahren  als Vermächtnis eines Bauern aus Niederfell gebaut wurde. Der arme Kerl, verzweifelt an seinem  schweren Junggesellen-Bauern-Dasein, hatte seinem Leben ein Ende gesetzt und verfügt, dass aus dem Erlös von Vieh und Hof diese Kapelle errichtet werden sollte. Es sind diese Geschichten, die mich entlang der Wege, die wir gehen, anrühren.

Von unserem Picknick-Platz vor der Röder Kapelle haben wir einen Ausblick bis in die Eifel. Verrückt der Gedanke, dass Lorenzo und Gilbert genau dort noch einen weiteren Steig im Anschluss an den Moselsteig gehen.

Der weitere Weg bei der Hitze ist herausfordernd: Ein Plateau – kein Schatten. Die Hitz-Lay – eigentlich ein phänomenaler Aussichtspunkt auf die Mosel – heute macht sie ihrem Namen alle Ehre – wir können uns dort kaum aufhalten. Hier holen uns die beiden Extremwanderer aus Italien und Frankreich lachend und winkend ein.

Vorbei noch am Aussichtsturm Mönch-Felix-Hütte geht es steil bergab und dann scheint uns der Weg über die Brücke und vorbei am Bahnhof nach Kobern-Gondorf endlos.  Wir kommen bei 36° im Ortskern von Kobern-Gondorf an. Dort haben wir das Hotel Simonis gebucht – mit direktem Blick auf die Skulptur des Tatzelwurms – der ja wohl das Motto der morgigen Etappe ist. Das Hotel ist empfehlenswert: eine äußerst gastfreundliche und herzliche, italienische Familie heißt uns willkommen. Unser sehr geräumiges Zimmer mit Blick auf den Dorfplatz ist liebevoll dekoriert und verfügt über einen Kühlschrank und ein schönes Bad. Das erfreut das Wandererherz.

Den Abend verbringen wir mit guten Freunden und unserer Tochter, die in der Nähe wohnt, im Restaurant Alte Mühle Höreth. Hier spürt man in jedem Winkel, dass sich jemand einen Lebenstraum erfüllt hat. Thomas Höreth kaufte 1979 eine rund 1.000 Jahre alte, dem Untergang geweihte Wassermühle und schuf in über vierzig Jahren aus der verfallenen Mühle einen verwunschenen, verwinkelten, bezaubernden Ort der Gastlichkeit. Ob auf den vielfältigen Terrassen oder innen: Man sitzt in einer ganz besonderen Atmosphäre und bei sehr guten Speisen. Alles ist äußerst liebevoll dekoriert, die Karte bietet regionale Spezialitäten und köstliche Wild-Gerichte, die Weine sind vom eigenen Weinberg. Einfach perfekt.

Moselsteig – Etappe 23 von Kobern-Gondorf nach Winningen (20 Kilometer, 580 Höhenmeter)

Glücklicherweise ist es bedeckt. Wir brechen früh auf und wandern zurück zur Moselbrücke, von wo aus wir den Moselsteig weitergehen. Kaum zehn Minuten unterwegs treffen wir auf vertraute Gesichter: „Buongiorno“, „Bonjour“ & „Guten Morgen“ – die beiden sind den Aufstieg tatsächlich noch am Vortag gegangen. Nun haben sie es heute kürzer und wir starten in entgegengesetzte Richtungen. Durch die Randbezirke von Kobern-Gondorf steigen wir hinauf und erhaschen bald den ersten Blick auf die Niederburg. Wir wandern auf dem Tatzelwurm Weg, der der Sage nach einst in den Stollen tief unter der Burg von Kobern-Gondorf lebte. Über den – wie immer und überall – sehr steilen, aber auch sehr schönen Kreuzweg gelangen wir zur Matthias Kapelle.

Im weiteren Verlauf folgen schöne Aussichten auf Kobern-Gondorf und den schönen Fluss, dessen Verlauf wir nun schon seit 23 Tagen begleiten, bis wir ein weiteres Hochplateau mit ausgedehnten goldenen Getreidefeldern, in die sich Mohn- und Kornblüten mischen, durchwandern. Wir machen eine Picknickpause auf einer Bank mit atemberaubendem Blick: Links hinter uns die nicht so schöne Moseltalbrücke Dieblich – Willingen, voraus die Moselschleife – und wir können unseren ganzen Weg bis hin zur Niederburg noch einmal erfassen.

So weit so gut. Nun müssen wir sehr stark sein. Es folgt der absolut hässlichste Teil des gesamten Moselsteigs, der gesamten 500 Kilometer, die wir gegangen sind. Wir nähern uns der Moseltalbrücke mit ihrer Autobahn. Es wird lauter, es wird schmutziger, es wird unfassbar dreckig. Der Weg ist übersäht mit Exkrementen. Eine Schande für so einen Wanderweg! Wir sind froh, als wir die Treppen erreichen, über die wir die Autobahn unterqueren sollen. Kein schöner Ort, no good vibrations. Leider müssen wir auf der anderen Seite durch die nächste Raststätte laufen. Es bietet sich das gleiche ekelerregende Bild. Man muss aufpassen, wohin man tritt. Ich bin empört! Über die Menschen, denen nichts peinlich ist – aber auch über die Macher eines „Premium-Wanderweges“, die die Wegführung über eine Autobahnraststätte leiten und diese sogar noch als „Einkehr“-Möglichkeit ausweisen. Peinlich! Was sollen bloß unsere italienischen und französischen Wanderkollegen von dieser Etappe denken?

Ich werde wohl mal den Moselsteig-Wegemanager kontaktieren, ob hier nicht irgendwie Abhilfe geschaffen werden kann.

Glücklicherweise wendet sich der Weg schnell ab von der Autobahn und führt durch Streuobstwiesen mit Äpfeln, Pfirsichen, Mispeln und Quitten weiter in die Steillagen von Winningen. Hinab über eine dieser steilen, schmalen Weinbergstreppen sehen wir weiter unten am Berg ein neon-gelbes Shirt voraus schreiten und eine verblichene Cap in kleinen, immer gleichmäßigen Schritten folgen…

Wir wandern hinab nach Winningen, kehren ein auf einen Wein und ein Wasser, begleitet von einem über Lautsprecher übertragenen, lauten „Tack, Tack, Tack“, das uns irritiert. In der Entfernung sehen wir Lorenzo und Gilbert gestikulierend vor der Touristen-Information – wohl auf der Suche nach einem „Timbro“, dem Stempel für den Moselsteig-Wanderpass, den Lorenzo uns unterwegs immer wieder stolz und fröhlich lächelnd gezeigt hat. Zusammen mit den beiden lassen wir den späten Nachmittag bei einem Glas Wein in der Altstadt von Winningen ausklingen.

Das laute und nervenaufreibende „TackTackTack“, zu dem bald jeder mit dem Kopf nickt, ist auf einen Defekt der örtlichen Lautsprecher-Anlage zurückzuführen. Diese Anlage wird üblicherweise genutzt um die Winninger Bevölkerung per Durchsage zu informieren – etwa im Falle von Mosel-Hochwasser.

Den Abend verbringen wir bei einem guten Essen im Restaurant Klein’s Fronhof im historischen Gemäuer von 989. Hier wird mit regionalen Produkten gekocht und neben moselländischer Küche werden auch Burger und donnerstags „Spare Ribs satt“ angeboten. Speziell an einem Donnerstag ist eine Reservierung empfehlenswert, vor allem wenn man auf der Terrasse einen Platz finden möchte. Neben dem Fronhof können wir das Hotel Emmerich in Winningen empfehlen: Blitzsaubere und geräumige Zimmer in frischen Farben und ein gutes Frühstück am Morgen warten auf den Gast.

Moselsteig – Etappe 24 von Winningen nach Koblenz (24 Kilometer, 285 Höhenmeter)

Unsere letzte Etappe! Von Winningen geht es hinauf in den Winninger Domgarten. Ein kleiner privater Andachtsplatz – inspiriert von einer Person, die den Jakobsweg ging – lädt zum Verweilen ein. Der Hexenhügel mit seinem Gedenkstein macht Gänsehaut. Im 15. Jahrhundert fanden hier verschiedene Frauen und Männer den Feuertod. Sie sind namentlich genannt.

Noch einmal wandern wir durch die Winninger Lagen mit Blick auf die Mosel. Wundervoll blühende Wiesen bieten Lebensraum für die einzigartige moselländische Flora und Fauna.

Wir kommen durch eine Wochenend-Siedlung mit zum Teil hübschen Gärten und Peter Lustig Bauwagen.

Nun geht es immer nur noch bergab bis zum Moselufer, die wir ein letztes Mal überqueren. Es ist keine schöne Etappe, kann es ja auch nicht sein, zu urban. Lorenzo grummelt später: „Nicht schön, zu viel Asphalt!“

Am Ufer entlang, vorbei an prachtvollen Villen können wir bald schon das Deutsche Eck ausmachen. Vor dem Mosellum am Fischpass Koblenz deutet Lorenzo auf eine Karte, die den gesamten Mosellauf abbildet: „Das interessante an den Caminos sind die Menschen, die man unterwegs kennenlernt“, sagt er. Er strahlt uns an: „Und diesen Weg, den Moselsteig, werde ich für immer mit euch beiden in Verbindung bringen. Wir sind von Tag Eins an zusammen gegangen!“

Gilbert überreicht mir im Gehen ein kleines geflochtenes Sträußchen aus Lavendel, den er am Vortag an der Mathias-Kapelle gepflückt hat. Der sei super für den Rucksack, mache immer „gute Luft“. Ich bin gerührt.

Wir erreichen das Deutsche Eck. Das Ende der 24. Etappe gehen wir dann tatsächlich einmal zu viert. Vorher war es uns immer allen lieb, uns zwar täglich immer wieder zu treffen, aber dann doch allein weiterzugehen. Wir sind wohl nicht die Gruppen-Wanderer. Heute ist das anders. Es ist schön die letzten Kilometer gemeinsam zu gehen.

Wir erreichen das Deutsche Eck. Lorenzo reckt beide Fäuste empor: „Geschafft!“ Mit fast kindlicher Freude und einem Strahlenkranz von Fältchen um die Augen schaut er uns an. Es ist ein schönes, aber auch ein bisschen sentimentales Gefühl. Wir haben es geschafft, sind insgesamt rund 500 Kilometer gegangen. Aber es ist eben jetzt auch zu Ende.

Im Hotel Super 8 by Wyndham hat man für uns den roten Teppich ausgelegt. Das haben wir ja auch verdient, nach 24-tägiger Anreise! Schnell wird klar, es ist ein Bauteppich, und das Hotel hat seinen allerersten Öffnungstag, wir sind die allerersten Gäste. Wir fahren mit dem Fahrstuhl auf unsere Etage, gehen an offenen, halbfertigen Hotelzimmern vorbei, überall liegt Werkzeug, stehen verpackte Möbel, Staubsauger. Vor unserer Zimmertür frage ich meinen liebsten Kapitän, ob wohl schon ein Bett vorhanden sei. Ja, war es. Das Zimmer ist komplett: Lediglich Toilettenpapier und Kleenex sind nicht aufgefüllt. Ersteres kann man auch nicht auf die Halterung bringen, weil diese falsch installiert ist. Da muss wohl der Handwerker noch mal ran. Zweites hat man wohl vorsorglich nicht aufgefüllt, denn die Halterung fiel in der Nacht unter lautem Getöse von der Wand. Ich bin fast gestorben, weil ich nicht wusste, was das für ein Geräusch ist und wo ich überhaupt bin.

Das werden Anfangs-Schwierigkeiten sein, die sicherlich bald behoben sind. Wir können das Hotel jedenfalls empfehlen. „Hip und erschwinglich – Budget Luxus“, so wird es auf der eigenen Internet-Seite beschrieben. Für einen Aufenthalt in Koblenz: Daumen hoch!

Für Lorenzo und Gilbert geht es nach zwei, drei Tagen in Koblenz weiter zum Eifelsteig. Vorher treffen wir uns noch zu einem Abschieds-Essen in den Winninger Weinstuben, einer alteingesessenen Koblenzer Weinstube, in der es ganz hervorragende moselländische Küche und ausgezeichnete Weine bei sehr herzlichem Service durch das Betreiber-Ehepaar gibt.

Es ist ein fröhlicher Abschluss unserer Weitwanderung am Moselsteig: Immer noch mit Händen und Füßen, aber mit ganz viel Herz und Gemeinsamkeit verbringen wir den Abend und gehen fröhlich auseinander. Wer weiß, ob wir uns noch einmal begegnen. Vielleicht in Stade, um nach Rom zu gehen.

Ein letzter Tipp noch für Koblenz: Es lohnt sich, einmal mit dem kleinen Fährboot, das über die Mosel zum Campingplatz auf der anderen Seite fährt, überzusetzen. Es ist eine Bedarfs-Fähre. Steht jemand am Anleger, kommt der freundliche Fährmann und holt ihn ab. Für Euro 1,80 hat man von der anderen Seite eine ganz andere und unbekanntere Sicht auf das Deutsche Eck – und das in himmlischer Ruhe.

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23. November 2017 | Süßes

Vanillequitten

Quitten sind für mich Kindheitserinnerung. Aufgewachsen an der Nordsee besuchten wir jeden Sommer die Großeltern im Odenwald. Und in deren (Nutz) Garten stand ein Quittenbaum neben vielen anderen Obstbäumen. Reineclauden, Äpfel, Birnen, Pflaumen, das hatten wir auch im eigenen Garten, aber Quitten hatte ich in Norddeutschland nie gesehen, die gab es nur bei den Großeltern. Oma Annas Quittengelee war für mich das Größte!

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